JS: Martyna Klups spielt vergessene Flötenwerke
26. Februar 2012 - 17:00 Uhr
Am Sonntag, den 26. Februar 2012, findet um 17:00 Uhr im Musikforum Katharinenkirche das nächste Konzert der Jütting-Stiftung statt. Zu Gast ist die Flötistin Martyna Klups aus Krakau (Polen). Sie erhielt im vergangenen November ein Stipendium über 5.000 € und stellt sich nun – unter Begleitung von Pawel Motyczynsky am Flügel – der Altmärker Öffentlichkeit vor. Ihr Programm widmet sich Werken weitgehend unbekannter Meister aus der Zeit zwischen Romantik und Moderne. Einen Schwerpunkt nehmen Stücke von Komponisten aus Polen und Mitteldeutschland ein. Damit trägt die Stipendiatin einem Anliegen der Stifter Rechnung: Denn der Deutsche Hans Jütting und seine polnisch-stämmige Frau Eugenia wollten nicht nur begabte junge Künstler, sondern nach den schreckliche Erfahrungen der Kriege auch die Versöhnung beider Völker fördern. Dafür ist die Musik besonders gut geeignet, weil sie Sprachbarrieren überwindet und gemeinsame Begeisterung schafft.
Zu Beginn erklingen Stücke zweier Tonsetzer, die in Leipzig wirkten: Sigfried Karg-Elert (1877 – 1933) machte sich vor allem mit Orgelwerken einen Namen und erlangte damit im angloamerikanischen Raum die Bedeutung, wie sie hierzulande Max Reger hat. Martyna Klups spielt seine "Appassionata" in fis-Moll, op. 140. Karg-Elert widmete dieses Stück seinem Freund Bartuzat, mit dem er während des ersten Weltkriegs im Militärorchester spielte. Anschließend ist die Sonate "Undine" für Flöte und Klaver, e-Moll, op. 167, von Carl Reinecke (1824 – 1910) zu hören, einem früheren Kapellmeister des Gewandhauses. „Chanson et rondeau“ des polnischen Jungkomponisten Mieczyslaw Bartlomiej Unger (*1989) runden den ersten Teil des Abends ab.
Nach der Pause geht es mit zwei Sonaten für Flöte und Klavier weiter. Die erste stammt aus der Feder des französischen Impressionisten Francis Poulenc (1899 – 1963), die zweite hat sein Zeitgenosse Tadeusz Szeligowski (1896 – 1963) geschrieben. Beide Männer begegneten sich in Paris, wo Szeligowski 1929 bis 1931 Musik studierte, bevor er nach Polen zurückkehrte und das Musikleben dort maßgeblich beeinflusste. Seine Werke, von denen viele verloren sind, nehmen Elemente der Volksmusik und der Alten Musik auf. Mit der ungarischen pastoralen Fantasie, op. 26, von Franz Doppler klingt das Konzert aus. Der Flötenvirtuose stieg 1858 zum Dirigenten der Wiener Hofoper auf. Er blieb „seinem“ Instrument aber treu und schrieb neben mehreren Opern auch einige Stücke für die Flöte.
Karten zu 5 Euro (ermäßigt: 2,50 Euro; Schüler/Studierende: 0,50 Euro) sind an der Abendkasse erhältlich.
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